Erstes Bauzaungespräch am 8. November 2021

Erstes Bauzaungespräch am 8. November 2021

Am Montag, den 8. November, fand das erste Bauzaungespräch unter Beteiligung der Anwohner am Schleswiger Ufer statt.

Ein Mitarbeiter der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Abteilung Tiefbau, der die Maßnahme zur Sofortsicherung der Uferbefestigung am Schleswiger Ufer betreut, informierte uns umfassend über die Bauarbeiten und stellte sich unseren Fragen. Zudem legte er auch noch einmal den Grund für die Arbeiten dar.

Während zahlreicher Untersuchungen in den letzten Jahren in Berlin ergab sich ein uneinheitliches Bild bezüglich des Zustands der Ufermauern an der Spree. Der Zustand der zum Teil über 100 Jahre alten Mauern variiert je nach Lage sehr. Daher wurde die Gesamtmauer in einzelne Abschnitte unterteilt, wovon ein Teil aktuell stark sanierungsbedürftig ist. Wie zum Beispiel der Abschnitt zwischen Jungfernheide und Humboldthafen, in dem auch das Schleswiger sowie das Hansa-Ufer liegen. Vor allem die Mauerwand des Schleswiger Ufers befindet sich laut Senatsverwaltung in einem Zustand, der ein sofortiges Handeln und eine Sofortsicherung nötig machte. Stahlträger, in denen Betonplatten eingehängt sind, zeigen Zeichen von Korrosion. Die Betonplatten selbst sind zum Teil undicht, an manchen Stellen gar gebrochen, sodass Uferboden in die Spree rutscht.

Seit Ende September wurde daher zur Sicherung der Mauer eine Spundwand hochgezogen, in einem neuartigen, geräuschreduzierten Verfahren. Die Wand ist nun fertiggestellt. Anschließend soll der Zwischenraum zwischen Spund- und Uferwand mit Sand aufgefüllt werden. Das wird voraussichtlich einen Zeitrahmen von ein bis zwei Wochen umfassen. Das Ganze könnte sich aber noch etwas verzögern, da ein Abwasserrohr, das auf Höhe des Wullenweberstegs im Grund der Spree verlegt ist, bisher noch nicht gefunden wurde und eine Beschädigung durch die Arbeiten ausgeschlossen werden muss.

Danach steht der eigentliche Mauer-Neubau an. Was uns dabei erwartet, kann am Wikinger Ufer beobachtet werden. Allerdings war der Senatsmitarbeiter optimistisch, dass es am Schleswiger Ufer nicht so lange dauern würde, da die Planung im Vorfeld deutlich besser als am Wikinger Ufer sei. Einen genauen Zeitplan konnte er uns zwar nicht vorlegen, aber Anfang nächsten Jahres wird es voraussichtlich die Ausschreibung für die Erneuerungsarbeiten geben. Die Hauptarbeiten sollen ebenfalls im kommenden Jahr beginnen.

Zum gegenüberliegenden Hansa-Ufer sagte er, dass dieses zwar nicht in einem derart schlechten Zustand, aber auch sanierungsbedürftig sei. Es wird also auch dort eine Spundwand als Sofortsicherung geben. Vermutlich nach der abgeschlossenen Sicherung des Schleswiger Ufers, da sonst die Belastung durch Verlagerung des Schiffsverkehrs für die ebenfalls angeschlagene Mauerwand zu hoch werden könnte.

Aber der Herr vom Senat versicherte, dass er davon ausgehe, dass bis spätestens Weihnachten die Schnellsicherung der Ufermauer am Schleswiger Ufer abgeschlossen sei. Wie lange die ganze Sanierung dauern könnte, dazu wollte er aber keine Prognose abgeben, da das von zu vielen Faktoren abhänge, aber uns wurde durch seine Ausführungen klar, dass das ganze Erneuerungsprojekt nicht in einem Jahr abgeschlossen sein wird.

Neben dem Fahrplan für die Ufersanierung brannten den Teilnehmern des Gesprächs vor allem die Thematik der Erhaltung der Uferbäume auf der Seele. Dazu äußerte sich der Senatsmitarbeiter etwas widersprüchlich und wenig konkret. Grundsätzlich war schon der Wille zu erkennen, möglichst jeden Baum am Ufer zu erhalten, aber es klang auch durch, dass es Bäume am Ufer gibt, denen eine Fällung im Rahmen der Bauarbeiten drohen könnte und dass es eine Koordination mit dem Projekt des geplanten Spreeradwegs bisher nicht gibt. Daher steht erst einmal weiterhin die Gefahr im Raum, dass beiden Projekten Bäume am Schleswiger Ufer zum Opfer fallen könnten.

Der Senatsmitarbeiter bedauerte im Zuge dessen aber auch, dass die Kommunikation und Aufklärung der Anwohner im Vorfeld bisher sehr zu wünschen übrig ließ. Offensichtlich hatte die Firma, die damit beauftragt wurde, es versäumt, dieser Aufgabe nachzukommen. Es sind künftig aber weitere Informationsveranstaltungen geplant, soweit es die Entwicklung bei Covid zulässt, auch größere Veranstaltungen in Innenräumen. Aber sicher wird es weitere Bauzaungespräche geben, zu denen die Anwohner und ihre Fragen wieder herzlich eingeladen sind.

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