Das Baumfällen geht weiter….

Das Baumfällen geht weiter….

21. Februar 2019

Böse Erinnerungen werden wach, als am Morgen des 21. Februar wieder das schrille Geräusch der Motorsägen über dem Schleswiger und den angrenzenden Ufern liegt. Vor etwas über einem Jahr hat unser Kampf gegen den Kahlschlag am Schleswiger Ufer begonnen, als in einer Tagesaktion mehrere große, alte Bäume gefällt wurden.

Die Trauerweiden an der Hansabrücke im November 2018
Die Trauerweiden an der Hansabrücke im November 2018

Am 21 Februar 2019 fallen nun die zwei großen Trauerweiden an der Hansabrücke der Säge zum Opfer. Angeblich wären diese schwer krank und nicht mehr zu retten.  Ein beliebtes und immer wieder strapaziertes Argument in Berlin, wenn irgendwo Bäume gefällt werden sollen.

Trauerweiden an der Hansabrücke werden abgesägt
Die Trauerweiden an der Hansabrücke werden abgesägt

Uns drängt sich also die Frage auf, warum die Baumschnittfirmen solch unflexible Aufträge erhalten. Warum kann während des Schnitts nicht flexibel reagiert werden? Warum überprüft niemand während des Schnitts, ob nicht gerade bei den Trauerweiden zumindest ein Stück des Stamms stehen bleiben kann, so dass dieser die Chance hat wieder auszutreiben. Warum muss bis zum Boden runter geschnitten werden? Da fragen wir uns, ob nicht doch auch andere Interessen dahinter stehen, wenn wieder einmal Bäume entfernt werden.

Wir sehen nur, dass in den letzten Jahren in Berlin allgemein die Motorsäge sehr schnell gezückt wird. Die Bereitschaft Grün, speziell  Bäume irgendwelchen Interessen zu opfern ist offensichtlich sehr hoch. Die Bereitschaft zu investieren, um diese zu erhalten scheint dagegen sehr niedrig. Es erschüttert uns immer wieder, wie achtlos und gleichgültig von der Politik mit diesen, unter anderem so wertvollen und notwendigen Sauerstoffspendern und Schadstofffiltern umgegangen wird. Mit jedem Baum der fällt, wird die Luft in der Stadt ein bisschen schlechter, die Umgebung ein wenig weniger lebenswert. Für Mensch und Tier.

Am Schluss wird an diesem Tag auch noch die letzte Trauerweide am Ufer derart zurückgeschnitten, dass nur noch ein trauriges Gerüst übrigbleibt. Damit hat sich das Thema Trauerweiden am Schleswiger Ufer nahezu erledigt. Und auch diesmal hatte es nur eine Pressemitteilung im Internet dazu gegeben. Keiner von den Verantwortlichen hat unsere Bürgerinitiative im Vorfeld deswegen angesprochen und über die bevorstehenden Fällungen informiert. Daher heißt es für uns auch weiterhin wachsam zu bleiben.

Bitte informieren Sie uns, wenn Ihnen etwas über geplante Änderungen oder Aktionen am Spreeufer bekannt wird!

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